Skip to main content

Mein Name ist Tracy, 22 Jahre alt und mache aktuell eine Ausbildung zur Kauffrau für E-Business Management.

Ich bin seit 2016 bei DEIN MÜNCHEN, seit 2018 Jugendbotschafterin und Teil des ServiKid-Teams. Gemeinsam mit einem Teil der DEIN MÜNCHEN-Jugendbotschafter*innen durfte ich im Juli 2024 am Dialogforum „Jugend und Politik im Austausch“ in Berlin teilnehmen.

Warum dieses Mitwirken am Forum für mich so bedeutsam war, welche Herausforderungen wir erlebt haben und welche Erkenntnisse ich mitnehme, möchte ich Ihnen im Folgenden schildern.

Die Vorbereitung

Schon als ich zum ersten Mal bei einem Jugendbotschafter*innen-Treffen im Deutschen Jugendinstitut vom Dialogforum hörte, wusste ich: Ich will unbedingt dabei sein! Bereits seit 2018 beschäftigen wir Jugendbotschafter*innen intensiv mit Themen, die uns als heranwachsende Generation bewegen. Als wir damals gestartet sind, war es unser Ziel, unsere Stimmen bei Entscheider*innen hörbar zu machen: Genau das wurde durch das Dialogforum möglich!

Wir hatten und haben viele gute Ideen. Aber wir wussten lange nicht: Wie erreichen wir diejenigen nachhaltig, die tatsächlich etwas verändern können? Wie verschaffen wir uns Gehör? Gerade deshalb war die Einladung zum Dialogforum für mich ein zutiefst emotionaler Moment. Ich war voller Hoffnung.

Damit wir gut vorbereitet nach Berlin reisen konnten, haben wir im Vorfeld, neben den Jugendbotschafter*innen-Treffen intern mit DEIN MÜNCHEN, drei wichtige Treffen mit dem DJI gemacht. Beim ersten Treffen haben wir gemeinsam unsere zentralen Anliegen junger Menschen erarbeitet. Einige dieser Anliegen sollten in den Nationalen Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) einfließen. Die Schwerpunkte waren: Bildungsgerechtigkeit, Schule, frühkindliche Bildung, Wohnen, Gesundheit und Ernährung. In einem zweiten Workshop zum Thema Gesundheit diskutierten wir intensiver und vertieften unser Wissen. Kurz vor der Berlinreise bereiteten wir uns gezielt auf das Dialogforum vor, um unsere Botschaften und Anliegen auch vor den vielen Teilnehmer*innen gezielt vorstellen konnten.

In Berlin

Für mich war das gesamte Erlebnis, also alles, die Vorbereitung und der Reise selbst, unvergesslich. Anfangs war ich ein wenig skeptisch, doch ich wurde eines Besseren belehrt. Jede*r einzelne in unserer Gruppe war engagiert, offen und bereit, über sich hinauszuwachsen. Es war berührend zu sehen, wie viele junge Menschen sich mit Überzeugung für ihre Themen einsetzen und ihre Stimme nutzen.

Ich hatte sogar den Eindruck, dass viele Politiker*innen und Vertreter*innen vor Ort überrascht, teilweise sogar sprachlos waren, als sie unsere Sichtweisen, Erfahrungen und Forderungen hörten. Einige von ihnen leben in einer ganz anderen Realität, in einer Art „Blase“.  Das, was sie für problematisch halten, ist für uns oft gar nicht das eigentliche Problem—und umgekehrt.
Denn: Wie kann jemand, der nie in einer bestimmten Lebenssituation war, besser wissen, wie es ist als die betroffene Person selbst?
Gerade deshalb war unsere Beteiligung so wichtig: Wir haben Sichtweisen eingebracht, die sonst selten gehört werden.

Mir persönlich waren die Themen Chancengleichheit, Bildung und Rassismus besonders wichtig. Als Schwarze ehemalige Mittelschülerin weiß ich aus eigener Erfahrung, wie es ist, nicht dieselben Chancen zu bekommen wie andere— etwa Menschen mit weißer Hautfarbe, blonden Haaren und wohlhabenden Eltern. (Das soll kein Angriff sein es ist leider die Realität für viel zu viele von uns.) Das Gefühl, Teil des Dialogforums zu sein, hat mir gezeigt, dass Mitbestimmung möglich ist und dass unsere Stimmen einen Unterschied machen können. Es hat mich in meinem Wunsch bestärkt, mich auch in Zukunft gesellschaftlich zu engagieren.

Nach dem offiziellen Teil des Forums verbrachten wir noch ein paar wunderschöne Tage in Berlin. Wir besuchten den Bundestag und das Humboldt Forum, sahen Fußballspiele der EM und ließen die Abende gemeinsam ausklingen.

Meine persönlichen Highlights waren jedoch nicht nur die Veranstaltungen selbst, sondern vor allem der Zusammenhalt und der Austausch innerhalb unserer Gruppe. Rückblickend bin ich unendlich dankbar für diese Möglichkeit und stolz auf das, was wir als Gruppe erreicht haben! Die Erfahrungen, die ich im Rahmen des Dialogforums sammeln durfte, haben mich persönlich weitergebracht. Ich habe gelernt, dass politische Beteiligung nicht nur erlaubt ist für alle, sondern notwendig, wirksam und kraftvoll.